Helgas Garten

Kaninchen mit der Flasche aufziehen

10. Juli 2019 | Autor: Helga | Kategorie: Allgemein

Bisher konnte ich die Aufzucht der kleinen Kaninchen stets unbesorgt der Häsin überlassen. Ich habe immer Glück gehabt und fürsorgliche Mütter in der der Kaninchenbuchte gehalten. Das war auch in diesem Jahr so. Allerdings hatte ich schon Mitte Februar Nachwuchs bei meiner Häsin. Das war auch geplant, denn irgendwie hatte ich eine Vorahnung, dass es wegen der Trockenheit wieder schlecht um frisches Futter bestellt sein würde. So freute ich mich, dass ich Mitte März auf der Pferdekoppel die ersten zarten Löwenzahnpflanzen entdeckte. Die Häsin fraß sie mit sichtlichem Appetit und auch die Kleinen, gerade vier Wochen alt, knabberten schon ein bisschen an dem frischen Grün.

Was ich nicht ahnte, war, dass wohl Gülle auf der Wiese ausgebracht worden war. Meine Häsin fraß vom nächsten Tag an gar nichts mehr. Sie saß noch zwei Tage teilnahmslos in der Ecke, dann war sie tot. Zum Tierarzt muss man wegen eines kranken Kaninchens nicht gehen. Die Tiere haben im Gegensatz zu Katzen wirklich keine Chance.

Nun war guter Rat teuer: Wie sollte es mit den zehn Jungen weitergehen? Als die Mutter fraß, haben sie schon ein wenig gekostet, aber allein fingen sie nicht damit an. Sie waren ja noch voll auf Milch eingestellt. Also ein Fläschchen geholt und mit Milch probiert. Ein Fläschchen mit Nuckel kann man bei Nagetieren vergessen. Selbst bei so kleinen Tieren sind die Zähnchen schon extrem scharf. Bereits der zweite hatte den Nuckel total zerknabbert, sodass ich Angst hatte, sie würden die Gummireste verschlucken. Also musste was Haltbareres her. Zum Glück hat meine Schwester durch das Tierheim jedes Jahr mehrere Flaschenkinder zu versorgen. Und sie riet mir gleich zu einer Spritze. Die gibt es für ein paar Cent in der Apotheke zu kaufen.

Und womit füttert man nun diese kleinen Säuglinge? Es gibt in der Tierfutterhandlung spezielle Welpenaufzuchtmilch zu kaufen. Meine Schwester hatte aber von einer Tierärztin den Rat bekommen, fettreichste Kaffeesahne ohne Zucker zu nehmen. Das tat ich dann auch. Ich kaufte Kaffeesahne mit einem Fettgehalt von zehn Prozent. Am ersten Tag war es nicht ganz einfach, die Kleinen zum Trinken zu bewegen. Da war ich dann schon froh, wenn jeder einen oder zwei Milliliter getrunken hatte. Als wir aber den Dreh raus hatten (die Kleinen mit dem Schlucken und ich mit dem Verabreichen) trank jedes Häschen dreimal am Tag (morgens, mittags und abends) etwa acht bis zwölf Milliliter Kaffeesahne. Zum Glück konnten sie nach zwei Wochen dann tatsächlich alle feste Nahrung zu sich nehmen. Auch wenn ich für jedes Tiechen nur drei Minuten gebraucht habe, dauerte jede Fütterung eben doch eine halbe Stunde.

 

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