Helgas Garten

Mamas „Kuchenbuch“

20. Dezember 2012 | Autor: Helga | Kategorie: Allgemein

Meine Mutti bekam Ende der fünfziger und in den sechziger Jahren in den Weihnachtspäckchen ihrer Geschwister manchmal auch Backpulver oder Vanillezucker. Diese Tüten waren damals sehr hübsch bedruckt mit dem Bild eines Gebäcks und dem dazugehörigen Rezept auf der Rückseite. Deshalb bewahrte sie meine Mutti auch auf, obwohl sie ihre Standard-Rezepte auswendig kannte und auch nie nach irgendwelchen Vorschriften backte oder kochte. Die leeren Backpulver- und Vanillezucker-Tüten lagen also zunächst lose, später in einer Tüte im Küchenschrank. Mit etwa zwölf Jahren fing ich an zu backen. Und zu der Zeit kam mir auch die Idee, mir mit der Tütensammlung ein Rezeptbuch anzulegen. Ich schnitt die Tüten auseinander und klebte Bilder und Text in ein Büchlein.

Zusätzlich habe ich es immer wieder durch handschriftlich notierte Rezepte ergänzt.

Mit den Jahren ist es schon ziemlich abgegriffen, wird aber trotz vorhandener Hochglanz- Rezeptbücher immer wieder genutzt. Und obwohl die leeren Tüten teilweise schon recht alt waren, dufteten sie immer noch schwach nach Vanille. Dieser Geruch hat sich auf das Büchlein übertragen. Als meine Tochter noch ganz klein war, nahm sie es immer mal wieder in die Händchen, roch daran und sagte: „Mamas Kuchenbuch.“

4 Personen haben einen Kommentar hinterlassen

Bine geschrieben am 21. Dezember 2012, 17:20:

Liebe Helga,

an die Rezepte auf den Vanillepäckchen kann ich mich auch noch gut erinnern, obwohl ich ja noch nicht so alt bin. Aber als Kind (ebenfalls ab ca. 12. Lebensjahr) habe ich auch schon viel gebacken. Jeden Samstag Nachmittag war die Küche mein. Jetzt, wo du darüber schreibst, fällt es mir auch auf, dass sie verschwunden sind. Eigentlich schade. Dafür steht in Lupengröße fast eine DINA 4 Seite voll Text drauf.

Frohe Weihnachten wünscht dir Bine (die gerade die letzten Plätzchen aus dem Ofen gezogen hat)

 

Helga Abendrot geschrieben am 22. Dezember 2012, 00:34:

Auch ich erinnere mich an die bedruckten Tütchen in meiner frühen Kinderzeit.
Es gab damals auch Sanella-Sammelbilder, mit den zugehörigen Alben. Die Geschichten darin handelten von fernen Ländern. Den „Wurzelputzband“ besitze ich ebenfalls.
Weiter konnte man Köllnflocken-Bilder sammeln, unterschiedlichster Themenbereiche und sie ebenfalls in zusendbare Bände einkleben. Mein Vater legte alle für mich an. Die Haferflockenwerbung erreichte somit voll ihr Ziel, denn bis heute liebe ich meine Köllnflocken und genieße sie mit:
Apfelsaft als Schnell- oder Nachtimbiß,
Milch, Zucker und Kakao
heißer Milch, Zucker und tiefgefrorenen Wildbrombeeren.
Auch erinnere ich mich an eine gr. Blechteedose, woran am oberen Rand mit einem Kettchen ein Öffnungshebel befestigt war. Leider sah ich derartig praktische Dosen nie wieder, weiß auch nicht die Firma, da ich noch nicht lesen konnte.
Oder, das Glas für abfüllbaren Senf, mit einem Spenderhebel. Man pumpte ihn per Knopfdruck hoch. Gegen Austrocknung gab es eine aufsteckbare Kunststoff-Verschlußkappe. Damals nahm man das saubere Spezialglasgefäß zum Befüllen mit zum Tante-Emma-Laden. Als Kind liebte ich dieses Gerät und wollte immer drücken. Gerne aß ich daher Brote mit geschabtem, geräuchertem Speck, plus viel SENF.
Wer kennt noch mehr Derartiges?
Ein fröhliches Weihnachtsfest wünscht allen
Helga A.

 

petra geschrieben am 22. Dezember 2012, 15:41:

hallo,Helga und auch alle,die das lesen, ich habe vor einiger Zeit angefangen meine Rezepte handschriftlich festzuhalten, weil ich denke das das etwas sehr Persönliches ist ,vieleicht mal für meine Enkeltochter, die noch nicht gebohren ist.Zwischendrin finden sich auch Vanillezuckertütchen , aber aus der Jetztzeit. Ich wünsche allen Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr. Viele Grüße aus dem verschneiten Randspreewald. Petra

 

Bine geschrieben am 23. Dezember 2012, 11:04:

Hallo Petra,

da stimme ich dir ganz zu – handgeschriebene Notizen, Koch- und Backbücher sind sehr persönlich und gleichzeitig ein tolles Andenken. Als ich angefangen habe zu sammeln, wurden die Rezepte unter Freunden, Kollegen und Verwandten ohnehin stets handschriftlich ausgetauscht, weil es noch keinen PC gab und Zeitschriften schnell vergriffen waren. Dabei bin ich bis heute auch geblieben.

VG
Bine

 

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