Helgas Garten

Kiwi selber anbauen

25. Februar 2011 | Autor: Helga | Kategorie: Allgemein

Nochmals erhielt ich von Klaus einen sehr interessanten Beitrag. Viele Gartenfreunde werden bestimmt mal neue Pflanzen ausprobieren wollen. Wenn man dann Erfahrungsberichte von Leuten bekommt, die sich schon länger damit beschäftigen, kann es nur von Vorteil sein.

Kiwi

 

Die Bezeichnung der Actinidie als Kiwi ist nur für die Pflanzen aus China, Neuseeland und andere wärmere Anbaugebiete richtig. Zur Vereinfachung der Bezeichnung werden alle Actinidien als Kiwi bezeichnet. Richtig für die glattschaligen Früchte wäre die Bezeichnung "Amurstachelbeere", nach dem Herkunftsgebiet. Die glattschaligen Früchte bzw. die Pflanzen sind absolut winterhart und vertragen weit mehr als 30 Grad Minus. Die großfrüchtigen Früchte reifen, auf Grund der zu kurzen Vegetationszeit, nicht am Strauch aus und sind aus diesem Grunde auch nicht so schmackhaft wie die kleinfrüchtigen glattschaligen Früchte die bereits im September in der Sonne ausreifen. Selbst im Schatten werden sie reif.
Die Kiwi eignen sich sehr gut zur Begrünung von Wänden,Zäunen und auch als Sonnenschutz. Schnittmaßnahmen beschränken sich auf auslichten, für größere Früchte und entfernen störender Triebe. Der Schnitt sollte an einem frostfreien Tag im Februar, auf jeden Fall vor dem Austrieb,erfolgen. Am besten schneidet man ganze Triebe heraus. Auf dem Foto ist eine 25 jährige Pflanze zu sehen. Sie trägt etwa 20 kg Früchte pro Jahr. Es ist eine Actinidie arguta, im Handel auch Bayern-Kiwi genannt. Die Pflanze benötigt ausreichend Dünger und Wasser, denn von Nichts wird Nichts. Die Vermehrung erfolgt durch Steckholz um zu garantieren das man von der zweihäusigen Pflanze auch mit Sicherheit männliche oder weibliche Pflanzen erhält.

 

Mangels Fotos habe ich die unterschiedlichen Geschlechter der Blüten aus einem Buch von Schuricht " Seltenes Obst" eingestellt.
Die unterschiedlichern Geschlechter, rechts weiblich und links männlich, kann man sehr gut erkennen. Oft kommt von meinen Besuchern die Frage: "Meine Pflanze blüht, aber die Blüten fallen alle ab". Als erstes kommen die die männlichen Blüten, unabhängig  ob ein - oder zweihäusig und erst im Folgejahr kommen auch weibliche Blüten, die dann zu Früchten werden. Also nicht gleich aufgeben, denn die Männer sind Kundschafter der Pflanze. Meine Erfahrungen tendieren zu zweihäusigen, also männlichen und weiblichen Pflanzen. Der Ertrag ist viel höher, wie man an den folgenden Fotos sieht.
Dieses Foto zeigt die kleinfrüchtige glattschalige Actinidie arguta. So wie auf dem Foto ist der zu erwartende Ertrag für die gesamte Pflanze. Sie ist ein Massenträger und fruchtet bereits im 2.-3. Jahr. Wogegen die großfrüchtigen erst 2 Jahre später fruchten.
Dieses Foto zeigt die noch seltene Art Actinidie kolomikta. Diese Sorte ist etwa doppelt so groß wie die arguta und auch zum Frischverzehr geeignet. Auch sie trägt sehr viele Früchte aber die Nachzucht ist etwas schwieriger als die der arguta.
Auftretende Fragen werde ich gern beantworten !

 

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16 Personen haben einen Kommentar hinterlassen

Klaus geschrieben am 7. März 2011, 16:52:

In diesem Jahr habe ich mich mal auf die Vermehrung von Kiwi, die beiden glattschaligen, konzentriert. Mir ging es u.a. um die Nachzucht der originalen Sorten vom Amur. Diese sind nicht gentechnisch verändert. Bisher sehen die Steckhölzer sehr gut aus und ich kann meine Besucher zufriedenstellen. Außerdem geht es mir um die Freude etwas Bewährtes zu erhalten. Bei diesem schönen Wetter juckt es in den Fingern und ich kann die Zeit kaum erwarten bis ich im Garten voll wirken kann. Der Wintergarten wird langsam zu klein. Tabak, Kalebassen, Baumoleander, weibl. Ginkgo u.a. Nachzucht drängen in die Freiheit.

 

Klaus geschrieben am 4. Juni 2011, 18:44:

Die selbst gezogenen Kiwi-Pflanzen sind alle an den Mann oder die Frau gebracht und ich warte auf die eigene Ernte. Der ganze Garten duftet nach dem Nektar der Kiwi und die Sammler summen um die Wette. Wie schön kann Natur sein ! Es wird, wenn alles gut geht, ein ertragreiches Jahr.
Am vergangenen Sonntag war auch ein selbst ernannter "Experte" bei mir im Garten zu Gast. Er begutachtete meine Neuerwerbung "Melonenbirne" und machte mich darauf aufmerksam, daß es sich dabei um eine ganz normale unveredelte Birne handelt. Er sah das an den Blättern. War ich was von sauer auf den Lieferanten !
Heute habe ich mich etwas intensiver um diesen Baum gekümmert und stellte fest, daß er einem Wortdreher aufgesessen ist. Er meinte die "Birnenmelone", die nicht winterfest ist und keine Birne, sondern eine Melone, mini, ist. G.s.D. habe ich nicht bei dem Lieferanten angerufen. Ich hätte mich unsäglich blamiert. Wieder mal Glück gehabt !
Liebe Grüße aus Thüringen

 

Klaus geschrieben am 18. August 2011, 17:21:

Bald, in etwa 14 Tagen, geht es mit der Kiwi-Ernte los und es hängen wieder Massen von Früchten, beider Sorten, an den Sträuchern. Jetzt seid ihr gefragt! Was kann ich mit den reifen Früchten anfangen, außer diese frisch zu essen? Für Tipps bin ich dankbar. Vorgesehen ist auch wieder ein Schild " Kiwi-Verkostung-kostenlos" und natürlich den Hinweis "Garten offen".

 

Klaus geschrieben am 5. September 2011, 09:12:

Gerade noch rechtzeitig kam vergangene Nacht ein sehr ergiebiger Regen, etwa 15 Liter auf den qm. Mit gießen allein war nichts mehr zu machen und bei den Massen,die an den Sträuchern hängen,schon garnicht. Auch für die restlichen Nashi und den vollen Kumoi-Baum war der Regen gut.

 

Klaus geschrieben am 14. Oktober 2012, 15:19:

Und wieder ist die Kiwiernte im vollen Gange. Da ich in diesem Jahr die Sträucher zurückgeschnitten habe ist der Ertrag nicht so üppig wie im vergangenen Jahr. Aber ich bin trotzdem sehr zufrieden. In der kommenden Woche soll es ja nochmals richtig warm werden und das gibt den Kiwis die richtige Süße und den feinen Geschmack. Auch mit der Ernte des Japanischen Apfels (Kumoi) war ich sehr zufrieden. Der Regen kam noch rechtzeitig um vorzeigefähige Früchte zu ernten. In der kommenden Woche sollen auch die zwei bestellten Bäume (Apfel und Birne) kommen. Auch zwei Hochbeete habe ich inzwischen gebaut da in der Nähe der großen Bäume (Lärche, Ginkgo und Edeleberesche) nichts anderes wächst. Also volles Programm!

 

Helga geschrieben am 14. Oktober 2012, 19:10:

Hallo Klaus, das habe ich vermutet, dass du wieder voll mit Gartenarbeit beschäftigt bist. Ich hatte auch ein paar Tage frei. Deshalb habe ich einiges nachholen können, was im Garten liegengeblieben war. Allerdings habe ich die meiste Zeit mit einkochen verbracht. Bei und gibt es wahnsinnig viel Obst nach zwei Jahren fast ohne. Und ich kann nicht vorbeigehen, wenn es haufenweise rumliegt.
Liebe Grüße Helga

 

Klaus geschrieben am 15. Oktober 2012, 06:46:

Mit der Ernte fiel es bei uns eher mager aus. Die 14 Tage starker Dauerfrost im Februar und der Wassermangel im Sommer haben dazu beigetragen. Deshalb bin ich froh, dass mich die Kiwis nicht im Stich gelassen haben. Auch die Litschi-Tomaten haben sehr viel getragen. In 14 Tagen ist eine Baumaßnahme abgeschlossen und dann geht es los mit Brennholzsägen, spalten und stapeln. Es sind etwa 30 Festmeter die auf mich warten. Es ist alles Windbruch und Borkenkäferschaden. Die Späne nehme ich zur Baumscheibenabdeckung (Schutz u.a. gegen Wühlmäuse) und zur Auflockerung des Bodens. Zu schade zum sinnlosen verheizen.Gerade jetzt in der trüben Zeit ist der Kaminofen so richtig anheimelnd.

 

Klaus geschrieben am 29. Juni 2013, 07:25:

Zum Glück habe ich die beiden Kiwi-Sorten sonst wäre es, auf Grund der durchwachsenen Witterung, wirklich dürftig bei der Ernte. Die Kiwi hat sehr reichlich angesetzt und wird gemeinsam mit Jap. Weinbeeren, Holunderbeeren und evtl. Jal-Tomate die Grundlage für reichlich Marmelade bilden. Die nasskalte Witterung kann mir jedoch immer noch einen Strich durch die Rechnung machen. Schade dass es mit der Vermehrung der Kiwi nicht geklappt hat.

 

Klaus geschrieben am 24. September 2013, 16:32:

Heute habe ich die ersten reifen Kiwi der Sorte Kolomikta geerntet. Für das Herbstfest im Naturlehrgarten am Wochenende brauche ich einige reife Früchte zur Verkostung.
Die Arguta brauchen noch etwas länger bis zur Reife und sie werden in diesem Jahr für Saft und Marmelade verwendet. Beide Sorten lassen mehr als genug an Ernte erwarten.
Nun brauchen nur noch Japanischer Apfel (Kumoi) und Japanische Birne (Nashi - Nijseiki) reif zu werden. Auch diese beiden haben reichlich angesetzt und trotz Trockenheit auch die Früchte gehalten. Die Nashi mußte ich sogar auspflücken da zu viele dran waren. Das tut immer weh!

 

Klaus geschrieben am 20. Oktober 2013, 15:55:

Die Nashi sind gegessen und jetzt sind die Japanischen Äpfel dran. Beide haben wiederum einen sehr hohen Ertrag gebracht. Die Äpfel sind erst zu etwa der Hälfte gegessen und die nicht so schönen Früchte werden zusammen mit den Kiwi zu Saft verarbeitet. Für den Saft nehme ich die nicht so attraktiven und nicht so saftreichen Actinidie Arguta (Bayernkiwi). So nebenbei geht es auch noch in die Pilze, von denen es bei uns Massen gibt.

 

Klaus geschrieben am 23. Oktober 2013, 16:19:

Nach dem ersten Versuch und als gut empfunden geht es jetzt an die Marmelade als Mischung Jap. Apfel und Kiwi.
Nach meiner groben Schätzung hängen noch ca. 25-30 kg Kiwi an den beiden Sträuchern. Nur gut dass wir die "Flotte Lotte" noch haben. Ohne sie wäre die Marmeladenbereitung ein mehr als mühsames Unterfangen.

 

Klaus geschrieben am 10. Februar 2014, 16:15:

Von wegen Neuzüchtung!
Die von Gärtner P. angebotene neue Actinidie habe ich schon seit ca. 30 Jahren in meinem Garten und sie stammt aus der Pflanzenzuchtstation "Mitschurin" am Amur. Aus diesem Grunde auch "Amurstachelbeere". Trotz dieses Etikettenschwindels ist diese "Kiwi" sehr zu empfehlen, da sie etwa doppelt so groß und aromatischer als die "Bayern-Kiwi" ist.

 

Holger geschrieben am 29. April 2014, 11:31:

Sehr interessante Seite .

Ich beabsichtige in meinem Wintergarten Kiwis zu halten.

Was muss ich beachten?

Mfg aus Barleben bei MD
Holger

 

Klaus geschrieben am 7. Mai 2014, 16:53:

@ Holger !
Warum willst du in deinem "Wintergarten" Kiwis anbauen?
Es gibt ausreichend winterharte Sorten für die die mitteleuropäische Vegetationszeit ausreicht um am Strauch auszureifen. Bei den großen Sorten wie z.B. Chinensis mußt du im kühlen und dunklen Raum nachreifen. Darunter leidet der Geschmack. Zum anderen mußt du Möglichkeiten zur Befruchtung schaffen und das ist sehr schwierig im Wintergarten. Für mich wäre es zweckmäßig wenn du konkrete Fragen stellen würdest oder wenn du mal in der Nähe (Ranis bei Pößneck) wärst und dir die Pflanzen in Natura ansehen könntest.

 

anne geschrieben am 21. Mai 2014, 10:20:

Wunderschöne Bilder. Und die Kiwi sieht auch grandios aus! Reife Leistung :)

 

Klaus geschrieben am 2. Oktober 2014, 09:41:

Danke Helga!
Der Fehler liegt offensichtlich bei mir oder meiner Technik.Heute habe ich wieder einige Kiwis beider Sorten abgenommen. Die Kolomikta ruhen sich in diesem Jahr etwas aus. Es lag an der durchwachsenen Witterung im Frühjahr. Die männlichen Blüten hatten Schaden genommen sodass es zu einer mangelhaften Befruchtung kam.

 

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