Helgas Garten

Lebkuchen (Pfefferkuchen, Honigkuchen) selber backen

12. Dezember 2009 | Autor: Helga | Kategorie: Rezepte und Hausmittel

Hier gibt es von mir ein Lebkuchenrezept, nach dem meine aus Ostpreußen stammende Mutti immer unsere Weihnachtskuchen gebacken hat. Nun backe ich selbst schon seit fast vierzig Jahren diese leckeren Lebkuchen. Den Teig dafür kann man schon ein paar Wochen vor dem Backen ansetzen. Dann kann er in Ruhe reifen und wird besonders schmackhaft. Die Zeit reicht aber auch noch, um sich für das diesjährige Weihnachtsfest an die Arbeit zu machen. Das sollte dann aber unverzüglich geschehen.

Zutaten:

250 g Schweineschmalz, 500 g Bienenhonig, 500 g brauner Zuckerrübensirup, 1 kg Mehl (möglichst dunkles Weizenmehl), 3 Eier, 1/2 TL Salz, 3 Tüten Lebkuchengewürz (Neunerlei), 1 TL Hirschhornsalz, 1 TL Pottasche, etwas Milch

eventuell 4 EL Kakaopulver oder Rosinen oder Mandeln oder Zitronat und Orangeat

Die letztgenannten Zutaten waren früher für die einfachen Leute unerschwinglich und können getrost weggelassen werden. Es kann anstelle von Schmalz selbstverständlich mit Margarine gebacken werden, aber man schmeckt das Schmalz garantiert nicht heraus und es sorgt dafür, dass die Lebkuchen besonders lange weich bleiben.

Zubereitung:

Schmalz und Honig werden in einem Topf gut erhitzt bis alles geschmolzen ist. Dann nimmt man den Topf von der Feuerstelle und lässt unter Rühren den Rübensirup einlaufen. Ist alles nur noch lauwarm, werden nacheinander Eier, Salz, Mehl und Gewürze untergerührt. Zum Schluss löst man die Triebmittel Pottasche und Hirschhornsalz getrennt voneinander in wenig Milch auf (ich mache das in den Honig- bzw. Sirupgläsern und spüle sie damit gleich noch aus). Hirschhornsalz und Pottasche werden nacheinander in den Teig eingearbeitet. Diesen gibt man nun in einen Steintopf. Besitzt man keinen, kann man auch gleich einen relativ großen Emaillekochtopf (ca. 5 Liter) für das Erwärmen benutzen und dann darin den Teig zubereiten. Der Teig sollte mindestens eine Nacht kühl ruhen vor dem Backen, besser wären mehrere Wochen.

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Backen:

Den Teig auf ein gefettetes oder mit Backpapier belegtes Blech streichen (reicht für zwei Backbleche). Je nach Beschaffenheit des Mehls oder Zimmertemperatur ist der Teig manchmal etwas klebrig. Dann ist es gut, wenn man die Hände in sehr kaltes Wasser taucht, um ihn auf das Blech zu streichen oder man benutzt ein sehr kaltes Messer dafür.

Will man Figuren ausstechen, muss man bei dieser Teigmenge noch etwa 300 g bis 500 g Mehl zusätzlich unterkneten. Erst dann ist er ausrollbar.

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Man kann den Teig vor dem Backen mit halbierten Mandeln belegen. Gebacken wird er bei etwa 200°C. Sofort nach dem Backen schneidet man ihn mit einem scharfen Messer in Stücke. Hat man die Lebkuchen nicht mit Mandeln belegt, kann man sie nach dem Abkühlen auch mit Schokolade oder Zuckerguss überziehen.

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Aufbewahrung:

Die gebackenen Lebkuchen bewahrt man am besten in einem kühlen Raum in einem Steintopf auf. Sie werden unter diesen Bedingungen nicht hart. Ist der Raum zu warm und zu trocken, können auch die Lebkuchen austrocknen. Dann schafft ein über das Gefäß gehängtes feuchtes Tuch schnell Abhilfe.

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12 Personen haben einen Kommentar hinterlassen

Sisah geschrieben am 12. Dezember 2009, 22:32:

Meine ostpreußische Mama pflegt nur eine Mandel auf ein Stückchen zu kleben.... aber so wie auf Deinem Lebkuchen sieht es eigentlich noch schöner aus. Ich habe diesen Blechlebkuchen immer geliebt, je länger er lag, desto besser schmeckt er !
Meine Mamma ist übrigens aus Masuren, woher kommt die Deine?
LG
Sisah

 

Helga geschrieben am 13. Dezember 2009, 09:32:

Hallo Sisah,das mit der Reife bei längerem Liegen stimmt. Als die Kinder noch zu Hause waren, wurde bei uns allerdings kein Lebkuchen besonders alt. Und mein Sohn, bei dem wir Weihnachten verbringen werden, hat auch schon gesagt, wir brauchen nichts weiter mitzubringen außer selbstgebackenen Lebkuchen.
Meine Eltern stammen beide aus der Nähe von Braunsberg.
Liebe Grüße und einen schönen dritten Advent Helga

 

Marco geschrieben am 2. Juli 2010, 13:39:

Hallo, ich weiss es ist Sommer und evtl. passt der Lebkuchen doch besser in die Winterzeit. Naja, da meine Mum Lebkuchen über alles liebt dachte ich, ich probiers mal aus und es hatte sehr gut geschmeckt. Alles was ich verändert hatte war etwas mehr Honig statt Zucker zu nehmen :-) Noch was als kleiner Tip: Ich hatte mir die Seite als Rezept ausgedruckt und es war leider sehr schwer leserlich wegen der dunklen schrift auf dunklem Hintergrund :(

 

Veronika geschrieben am 24. November 2010, 17:43:

Hallo! Ich suche schon länger nach einem ostpreußischen Rezept für Lebkuchen. Mein Vater hat uns früher damit immer verwöhnt, doch leider hat es keiner aufgeschrieben. Hast du zufällig auch ein Rezept für einen gefüllten Lebkuchen. Ich weiß nur noch, dass da Datteln und Feigen mit reinkamen, und obenauf war ein Zitronenzuckerguß. Vielleicht kennst du es ja auch noch.

 

Helga geschrieben am 24. November 2010, 21:01:

Hallo Veronika, ich werde meine Mutti danach fragen. Selbst habe ich das Rezept noch nicht. Ich gebe dir Bescheid, sobald ich was in Erfahrung bringen konnte. Liebe Grüße Helga

 

hori dui geschrieben am 25. November 2010, 11:13:

hallöchen liebe helga , meine oma aus ostpreussen (treuburg) hat diesen lebkuchen immer gebacken , von den nachkommen ist es niemanden gelungen den kuchen nachzubacken . ich trau mich . der teig ist schon fertig und nun fehlt mir nur noch eines zum glück. die backzeit und ein gutes gelingen .

liebe grüsse aus duisburg
holger

 

Helga geschrieben am 25. November 2010, 17:26:

Hallo Holger, schön, dass du dich daran wagst. Du wirst es bestimmt nicht bereuen, wenn du meine Ratschläge berücksichtigst. Die Backzeit ist von der Art deines Ofens (Ober- und Unterhitze oder Umluft) abhängig und wie dick du den Teig auf das Blech streichst. Du musst etwa 190°C einstellen. Probiere es einfach mal aus. Ich drücke dir die Daumen. Liebe Grüße Helga

 

hori dui geschrieben am 1. Dezember 2010, 20:32:

hallo helga..
nach nun 8 tagen habe ich gebacken.
ein traum...bin wohl noch einige tage überwältigt. hab dem teig vorher gesagt wenn du dir nicht mühe gibst, fliegt die andere hälfte in die tonne. schmunzel aber dem hätte ich nicht "gut" zureden müssen, vielen dank nochmal
holger und edith (duisburg)

 

Helga geschrieben am 1. Dezember 2010, 20:42:

Hallo Holger, das ist ja toll, dass du so begeistert bist. Meine inzwischen erwachsenen Kinder lieben immer noch Mutters Selbstgebackene, obwohl die Auswahl in den Geschäften überwältigend ist. Einer meiner Söhne hat vor ein paar Tagen 150 km Umweg und eine strapaziöse Bahnfahrt auf sich genommen, um seine Weihnachtsplätzchen hier abzuholen, weil wir in diesem Jahr nicht hinfahren können.
Liebe Grüße Helga

 

Helga geschrieben am 1. Dezember 2010, 21:02:

Hallo Veronika, mit einer Füllung aus Datteln und Feigen kann ich leider nicht dienen. Meine Mutti meint, für die gefüllten Lebkuchen wurden mehrere ganz dünne Böden gebacken oder aber wie Tortenböden waagerecht aufgeschnitten. Dann wurde der untere Boden dünn mit Pflaumenmus bestrichen. Darauf kam noch ein Boden, der mit einer Masse aus gemahlenen Mandeln oder Nüssen und Honig bestrichen wurde. Und auf den letzten Boden kam dann dein erwähnter Zuckerguss. Das wird sicher auch regional unterschiedlich gewesen sein. Liebe Grüße Helga

 

ulrike geschrieben am 3. Dezember 2011, 21:07:

Diese Lebkuchen sind einfach der Hammer-da braucht man keine Nürnberger mehr!Dank für dieses Rezept.Hab noch cranberries,Rosinen,Zitronat und getr.Kirschen reingetan.Unwiderstehlich!Weihnachten kann kommen!

 

Helga geschrieben am 4. Dezember 2011, 18:52:

Hallo Ulrike, an die Cranberries habe ich gar nicht gedacht. Ich hatte kürzlich welche gekauft. Das muss ich doch selber mal probieren. Danke für die Idee.
Liebe Grüße Helga

 

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