Myrte selbst ziehen
Früher war eine Myrte der Brautschmuck. Aus ihren grünen Zweigen wurde der Brautkranz angefertigt. Der Bräutigam trug ein Zweiglein im Knopfloch.Ich hatte eigentlich immer eine Myrte, im Sommer im Freien, im Winter in der Wohnung. Wenn sie mir zu groß wurde, dass ich ihr keinen geeigneten Winterplatz mehr bieten konnte, habe ich sie verschenkt und hatte dann längst eine kleinere nachgezogen. Deshalb musste ich vor ein paar Tagen ernsthaft überlegen, warum ich seit zwei oder drei Jahren keine Myrte mehr habe. Ich mag sie sehr. Sie duftet angenehm und im Sommer blüht sie mit unzähligen kleinen weißen Blüten. Jedenfalls war ich doch ganz traurig, dass ich nun keine mehr habe.

Und wie es der Zufall so will, war ich bei Bekannten. Dort wurde mir ganz stolz meine Myrte präsentiert. Ich hatte ihnen tatsächlich mal ein großes Exemplar geschenkt, weil sie ein geräumiges Treppenhaus haben und immer die Pflanzen gut über den Winter gebracht hatten. Meine Freude war groß. So kam ich schnell wieder zu drei kleinen Stecklingen. Diese sind in einem Topf mit Erde und unter einem Glas gelandet. Ich hoffe, dass sie bewurzeln und dann wieder zu beachtlicher Größe heranwachsen.


Beim Nachdenken ist mir dann auch eingefallen, dass meine letzte kleine Myrte sich an irgendeiner Pflanze stark mit Schildläusen infiziert hatte. Da ich bei den vielen kleinen Blättern die Schildläuse einfach nicht wegbekam, habe ich dann die Myrte schon im März ins Freie gestellt, weil ich eine Übertragung auf andere Pflanzen vermeiden wollte. Leider hat die Myrte das nicht überlebt.
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