Helgas Garten

Schwalben unter dem Dach

7. Juni 2016 | Autor: Helga | Kategorie: Allgemein

Seit einundzwanzig Jahren wohnen wir nun in unserem Haus. Und das Haus war noch nicht ganz bezugsfertig, da hatten sich schon die ersten Schwalben einquartiert. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Schwalben sollen ja bekanntlich Glück bringen. In den ersten Jahren hatten wir zeitweise über zwanzig bewohnte Nester. Damals waren es ausschließlich Mehlschwalben. Sie sind von Natur aus sehr gesellig. Direkt über der Kellertreppe befanden sich gleich mehrere Nester. Es ließ sich also nicht vermeiden, dass wir auch mal ein „Häuflein“ auf den Kopf bekamen. Um das zu verringern, brachten wir ein großes Brett unterhalb der Nester an. Das schien nun aber unseren Schwalben nicht zu gefallen. In den folgenden Jahren brüteten immer weniger. Dafür zogen Spatzen in die freien Wohnungen ein und hatten sie bald restlos zerstört.

Inzwischen hatten sich aber mehrere Rauchschwalbenpaare für unser Haus interessiert. Zwei Nester befinden sich direkt unter dem Vordach. Dort wird es bei Sonnenschein sehr heiß. Zwei weitere Rauchschwalbennester sind im Stall. Die Stalltür bleibt den ganzen Sommer über offen, sodass die Vögel ungehindert ein- und ausfliegen können. Nun bemerkte ich vor ein paar Wochen, dass direkt unter unserem Hausdach mit einem Neubau begonnen worden war: Ein neues Mehlschwalbenpaar hat sich hier ein Zuhause errichtet. Es besteht berechtigte Hoffnung, dass sich bald Nachbarn einfinden werden. Um so erfreulicher, weil die Mehlschwalbenpopulation in den letzten Jahren stark zurückgegangen sein soll. Das Nest der Mehlschwalben zu Baubeginn.

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Das fertige Nest. Rauchschwalben bauen eine Halbkugel, Mehlschwalben dagegen eine fast vollständig geschlossenen Kugel.

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Hier noch mal ein Rauchschwalbennest.

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Unter dem Stalldach ist schon der Nachwuchs geschlüpft. Allerdings lagen gestern schon die ersten toten Jungvögel auf dem Boden. Und das letzte Küken beugt sich auch viel zu weit aus dem Nest. Wahrscheinlich leiden die Tiere bei der Hitze an Futtermangel.

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Nachsatz: Es befinden sich jetzt noch drei Jungtiere im Nest. Also war es mit den zwei abgestürzten eine zu große Brut. Hoffentlich werden nun diese übrigen drei Schwalbenkinder flügge.

7 Personen haben einen Kommentar hinterlassen

Sara (Herz und Leben) geschrieben am 8. Juni 2016, 21:50:

Wie schön liebe Helga! Danke für den ausführlichen und lehrreichen Post! Demzufolge gibt es in unserer Gegend eher Rauchschwalben. Im Hof gegenüber fliegen sie auch ein und aus.An unserem vorigen Wohnort waren an manchen Häusern teilweise die Schwalbennester entfernt worden, obwohl das meines Wissens verboten ist. Die Leute hatten es wohl nicht gern, wenn die Vögel ihnen auf den Kopf k…..ten.
Jetzt werde ich noch genauer auf Schwalbennester achten und gleich mal nach dem Aussehen der unterschiedlichen Schwalben googeln

Liebe Grüße
Sara

 

Sara (Herz und Leben) geschrieben am 8. Juni 2016, 21:51:

Und das Schwalbenbaby ist ja wohl zuckersüß!!! 🙂 Der Schnappschuss ist Dir toll gelungen!

 

Klaus geschrieben am 6. Juli 2016, 09:49:

Waren es 5 oder gar 6 junge Schwalben die unseren Hof beschmutzten. Mit etwas Mühe lässt sich der Kot wieder entfernen und künftig wird einfach ein Stück Pappe an die Kot-Stelle gelegt. Meine Frau hat sechs und ich nur 5 Köpfe gezählt. Heute waren es nur noch drei. Hoffentlich waren sie schneller als Nachbars Kater,der die ganze Umgebung mit seinen Duftmarken zum Stinken bringt.

 

Helga geschrieben am 7. Juli 2016, 16:52:

Hallo Klaus,
ich hatte in den meisten Jahren jeweils vier junge Schwalben im Nest. Selten waren es fünf. Sechs Küken habe ich noch nie gezählt. Unsere sind inzwischen flügge. Nur ein paar Tage hat das Vogelweibchen pausiert, nachdem die Jungvögel ausgeflogen waren. Nun sitzt es bereits wieder brütend im Nest.
Wenn die Jungen erst mal das Nest verlassen haben, fliegen sie, als hätten sie nie etwas anderes getan. Ich glaube Katzen sind für Schwalben nicht die Gefahr. Die Nester unter dem Dach sollten für sie unerreichbar sein. Und wenn Schwalben dicht über den Köpfen der Katzen hinwegfliegen und dabei Warnrufe ausstoßen, erzeugt das bei den Katzen schon großen Respekt. Ich glaube, dass Elstern und Krähen die größere Gefahr darstellen.
Liebe Grüße Helga

 

Klaus geschrieben am 7. Juli 2016, 17:19:

Danke für den Optimismus. Wir freuen uns sehr über den Nachwuchs bei den Schwalben da sie inzwischen schon seltener geworden sind. Wir hatten bis vor wenigen Jahren Messis als Nachbarn die stets die Schwalbennester herunterschlugen. Wie kann man nur so bösartig sein!
Und dann über zu viel „Ungeziefer“ klagen. Manche begreifen einfach garnichts.

 

Klaus geschrieben am 9. Juli 2016, 16:24:

Bisher waren die 5 jungen Schwalben schneller als Marder und Katze. Noch kann ich nicht mit dem Großreinemachen beginnen. Die Schwalbenjugend fühlt sich bei uns im Hof vermutlich so richtig wohl und kann sich noch nicht von uns trennen.

 

Helga geschrieben am 9. Juli 2016, 18:39:

Hallo Klaus,
unsere Jungen kommen auch zur Nacht noch auf den Balken neben ihrem Nest und kleckern regelmäßig die Treppe voll. Dieses kleine Übel nehme ich gern in Kauf. Die Schwalben sind nur ein paar Monate hier. Da sollte man soviel Toleranz aufbringen. Die Treppe lässt sich leicht wischen, weil sie gefliest ist. Übler geht es den Geranien, die auch manchmal getroffen werden, aber da müssen sie eben durch.
Ich freue mich jeden Tag über unsere Sommergäste.
Liebe Grüße Helga

 

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