Helgas Garten

Entsafter - im Praxistest durchgefallen

7. August 2009 | Autor: Helga | Kategorie: Allgemein

Leider kann man im Supermarkt die Geräte nur im Karton kaufen und muss sich auf die darauf  befindliche Beschreibung verlassen. So ärgere ich mich nun, dass ich mich von schönen Worten habe verleiten lassen und ein Ding erworben habe, das den Namen Entsafter nicht mal annäherungsweise verdient hat. Aber mal zum Anfang: Ich habe meine Küchenmaschine KM8  über 35  Jahre lang mehr oder weniger regelmäßig in Betrieb genommen. Im vergangenen Jahr habe ich sie noch im Rathenow-Blog gelobt. Kurz darauf gab der Motor seinen Geist auf. Diese Küchenmaschinen wurden in der DDR mit einer bestimmten Grundausstattung (Motor, Antriebsplatte, Rührschüssel, Rühr- und Knethaken, Mixer) angeboten.

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Dazu konnte man dann noch diverse Zusatzgeräte kaufen, wie z.B. Kaffeemühle, Entsafter und ich glaube auch Fleischwolf.

entsafter

Jedenfalls habe ich mit der Saftzentrifuge insgesamt viele hundert Kilo Äpfel entsaftet, als die Kinder noch klein waren, auch jede Menge Möhren. Nun habe ich ja den Dampfentsafter, aber Apfelsaft mag ich gern roh herstellen. So war ich also froh, dass vor ein paar Wochen bei LIDL eine Saftzentrifuge für etwa 30 Euro im Angebot war. Dieses Gerät ist ein übler Scherz und kann niemals irgendwo in der Praxis getestet worden sein. Das Schneidwerk ist schön scharf. Das Gerät verfügt über zwei Geschwindigkeitsstufen. Aber das geriebene Fruchtfleisch kann überhaupt nicht entsaftet werden, weil es wegen der Zentrifugalkraft sofort in den Auffangbehälter geschleudert wird, egal bei welcher Geschwindigkeit.  Der Platz innerhalb der Zentrifuge ist winzig, die Seitenwand viel zu flach.

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Das Fruchtfleisch landet also sofort, nachdem es gerieben wurde, links im Auffangbehälter. Aus einem ganzen Eimer Apfelstücke habe ich genau 800ml Saft gewonnen (bei meiner leider kaputten Zentrifuge kamen je nach Sorte so etwa 6 bis 7l Saft zusammen), jede Menge geriebenen Apfel und einen Berg von Schaum. Ich wollte aber keine geriebenen Äpfel herstellen, die ich mir dann mit der Hand auspressen kann. Ich wollte Apfelsaft haben.

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Hier noch mal eine Ansicht der Fehlkonstruktion. Ich bin sauer.

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6 Personen haben einen Kommentar hinterlassen

Speer-Jackson geschrieben am 8. August 2009, 07:14:

Ja, die gute alte deutsche Technik (Ost oder West)für faire Preise gibt es nicht mehr, wenn man etwas Vernünftiges haben will, muss man schon reichlich hinblättern.Ich würde gerne auch wieder eine Frischsaftzentrifuge habe, so eine wie sie in den Saftläden verwendet werde, wo ich immer meinen superleckeren Apfel-Ingwer-Rote Bete Saft trinke. Hier ist einer, der meinen Vorstellungen entspräche, aber das ist bei unserem Etat nicht drin. http://www.manufactum.de/Produkt/0/1388259/ElektrischerEntsafterEdelstahl.html?suchbegriff=entsafter
Gestern gab es auch einen Entsafter bei Rewe im Angebot, , und war am überlegen,aber jetzt lass ich doch lieber die Finger von diesem Super-Sonderangebot, danke für deinen Bericht. Jetzt brauche ich nicht mehr zu überlegen!

 

kelemenium geschrieben am 8. August 2009, 11:00:

das plunderding würde ich flugs zurücktragen zu lidl….

 

Helga geschrieben am 8. August 2009, 11:36:

Ich glaube nicht, dass sie ihn nehmen. Er ist ja nicht kaputt. Andererseits sollte ich es wohl versuchen.

 

Matthias geschrieben am 10. August 2009, 08:36:

Ein Gerät, das seine Aufgabe nicht erfüllt ist mangelhaft und wie ein kaputtes kann es reklamiert werden.
Nachdem ich das hier gelesen habe, kaufe ich mir lieber eine “Flotte Lotte”, aber bei eimerweise Äpfeln ist das natürlich nichts.

 

Helga geschrieben am 10. August 2009, 14:01:

Pluspunkt für LIDL: Sie haben das Gerät zurückgenommen. Bei einem Telefonat mit der Service-Stelle wurde mir ein Umtausch angeboten. Nachdem ich erklärt hatte, dass mir am Umtausch nicht gelegen sei, weil es sich um eine Fehlkonstruktion handelt, sagte mir die gute Frau, dass die Filiale es innerhalb von 8 Wochen einfach zurücknehmen könnte. Mein Kauf lag aber genau 9 Wochen zurück. Also habe ich mir das gute Stück geschnappt, mit der Filialleiterin geplaudert, gewartet bis diese mit ihrer Vorgesetzten Rücksprache genommen hatte. Anschließend konnte ich mir an der Kasse das Geld auszahlen lassen. Das ist doch ein Entgegenkommen!

 

Simon Bodzioch geschrieben am 18. Juli 2010, 13:13:

Wenn man vernünftig entsaften möchte sollte man besser keine Zentrifuge kaufen, die Umdrehungszahl ist zu hoch, es wird beim Entsaften zu viel Sauerstoff eingewirbelt, der die Enzyme zerstört. Laut Dr. Norman W. Walker (Autor des Buches “Frische Frucht- und Gemüsesäfte”) sollte man einen sog. nicht-zentrifugierenden Entsafter bevorzugen, wie bspw. den Bionika DA-900 (http://www.perfektegesundheit.de/shop/product_info.php?products_id=144). Weiterer Vorteil ist, dass damit auch Chlorophyll-Säfte hergestellt werden können aus Kräutern, Spinat, Mangold oder auch Weizengras. Weizengras ist besonders gesund.

 

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