Holundersaft selber machen
Überall sieht man jetzt an Wegen und Waldrändern Holundersträucher mit ihren reifen Beeren. Wer ein wertvolles, preiswertes und hochwirksames Vitaminpräparat sucht, sollte sich an der Beerenernte beteiligen. Die Beeren selbst sind schnell gepflückt, da man die gesamte Scheindolde leicht abbrechen kann. Nicht die beste Kleidung dabei tragen, denn schon eine zerquetschte Beere kann hässliche Flecken verursachen, die sich nicht mehr restlos entfernen lassen. Roh sollte man die Beeren nicht verzehren. Ihre Kerne können leichte Vergiftungen hervorrufen.

Verarbeitung:
Die Beeren werden gewaschen und von den gröbsten Stielen befreit. Es ist nicht nötig, sämtliche Stiele zu entfernen, da man ja die Reste nicht weiter verwendet. Vorteilhaft ist es, wenn man einen Dampfentsafter besitzt.
Kochtopf:
Man kann sie aber auch in einem normalen (möglichst großen) Kochtopf mit ganz wenig Wasser aufkochen und durch ein sauberes Tuch filtrieren. Das Tuch (Geschirrtuch, Mullwindel) spannt man über einen zweiten Kochtopf und befestigt es rundherum mit Wäscheklammern. Dann kann man die zerkochten Holunderbeeren in das Tuch schütten und den Saft im unteren Topf auffangen.
Dampfentsafter:

Ein Dampfentsafter besteht aus einem unteren flacheren Topf, in dem Wasser zum Sieden gebracht wird. Darüber ist ein Auffangtopf mit einem Ablaufschlauch. In diesen Auffangtopf hängt man den durchlöcherten Einsatz mit den Früchten oder Beeren und deckt alles mit einem Deckel zu. Durch den erzeugten Dampf werden die Beeren zum Platzen gebracht, der Saft tritt aus und wird im Auffangtopf gesammelt.

Diesen Saft kann man direkt in saubere Flaschen füllen und diese verschließen. Man kann ihn aber auch in einem zweiten Topf auffangen, dann erst Zucker zugeben, nochmal kurz erhitzen und in Flaschen füllen. Ich bevorzuge die zweite Möglichkeit, da ich nicht den Zucker zu den Beeren gebe. Der Abfall muss ja nicht gesüßt werden. Für einen Liter Saft gebe ich etwa 200g Zucker zu. Dafür verdünnt man später den Saft mit Wasser oder Tee vor dem Trinken.

Abfüllen und Lagerung:
Der Saft wird in Flaschen gefüllt und luftdicht verschlossen. Das können Flaschen mir Schraubverschluss sein oder mit einer Gummikappe. Diese saugt sich beim Abkühlen fest. Wichtig ist auch hierbei wieder, dass Deckel oder Gummikappen abgekocht werden.

Die abgekühlten Flaschen kommen in den Keller. Bei Erkältung hilft ein kräftiger Schuss Holundersaft im Kräutertee. Er stärkt die Abwehrkräfte und fördert das Schwitzen. Aber auch ohne Erkältung ist ein heiß oder kalt getrunkener Holundersaft eine Wohltat.
Ich habe das große Glück, über zwei Dampfentsafter zu verfügen. Dadurch kann ich noch effektiver arbeiten. Bei uns wurden mit der Wende viele Dinge auf den Sperrmüll gegeben, die vorher von Nutzen waren. So entdeckte ich eines Tages einen nagelneuen Dampfentsafter auf einem Sperrmüllhaufen. Und ich muss solche Arbeiten nicht in der Küche erledigen. Ich habe von meinen Nachbarn einen ausrangierten Gasherd geerbt, der im Keller für derartige Kleckereien bestens geeignet ist.
7 Personen haben einen Kommentar hinterlassen
heidi geschrieben am 21. September 2009, 18:21:
super, so mach ich es auch - nacherhitzen mit dem Thermomix und daraus die Flaschen abfüllen oder aus dem Saft leckeres Hollundergelee machen 2 Teile Saft 1 Teil Gelierzucker.
Vitamine und Geschmack für den Winter.
Sisah geschrieben am 27. September 2009, 11:34:
Die Beeren bei euch sehen aber wesentlich besser aus als hier. Die Trockenheit hat manchen Holundersträuchern ganz schön zugesetzt, so dass kaum noch Beeren hängen.
Gut, dass manche nach der Wende ihren Kopf behielten und sich nachhaltig denkend funktionsfähige Geräte nicht gleich weggeworfen haben! Ich kann mich auch an die Zeit erinnern, wo ich mich wunderte, warum in vielen Gärten die Äpfel hängenblieben und man stattdessen die faden Golden Delicious aus den Supermärkten holte.
LG
Sisah
Helga geschrieben am 27. September 2009, 19:52:
Hallo Sisah, ich musste dieses Mal auch suchen, ehe ich richtig tollen Holunder gefunden habe. Entweder waren noch zu viele unreife Beeren dran oder die Vögel hatten schon geerntet.
Zu deiner zweiten Bemerkung: Viele Kinder, die sonst kaum frisches Obst bekämen, sind einfach nur erstaunt, dass man Fallobst waschen, ausschneiden und dann essen kann. Hat man ihnen das aber erst mal klar gemacht, sind sie kaum noch zu bremsen. Ich habe wirklich den Eindruck, dass bei der heutigen Elterngeneration durch die Wende einiges versäumt worden ist. Vielen sind die simpelsten lebenspraktischen Dinge nicht bekannt. Hoffen wir, das uns die Zeit bleibt, den Kindern noch einiges zu vermitteln. Liebe Grüße Helga
michaela geschrieben am 1. Oktober 2009, 16:50:
Ich suche verzweifelt Gummikappen für meiner Holundersaft Flasche. Wissen sie wo es zu finden sind. Mit freundlichen Grüsse Servais.M
Helga geschrieben am 1. Oktober 2009, 19:56:
Hallo Michaela, solche Gummikappen gibt es noch in einigen Supermärkten, die Einkochzubehör anbieten, in Raiffeisen- oder Bauernmärkten. Auch bei Komma zehn habe ich schon welche gesehen. Und sonst kann man aber auch jede Glasflasche mit Schraubdeckel verwenden (z.B. leere Ketchup-Flasche) oder eben Schraubgläser. Liebe Grüße Helga
Oliver geschrieben am 14. März 2010, 22:59:
Hallo zusammen,
habe mit Begeisterung diese Seite gelesen und möchte auch Holundersaft machen. Ab wann sollte man denn nach den Beeren Ausschau halten? Anfang September oder später?
Lieber Gruß
Oliver
Helga geschrieben am 15. März 2010, 18:22:
Hallo Oliver, es ist regional sicher unterschiedlich, wann die Beeren reif sind. Ab Anfang bis Mitte September sollte man aber die Augen offen halten. Dabei sollten die meisten Beeren an einer Scheindolde kräftig blauschwarz gefärbt sein. Rötliche Beeren sind noch nicht reif. Sind sie aber überreif, fallen sie leicht ab, vertrocknen oder werden von den Vögeln gefressen. Liebe Grüße Helga
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