Helgas Garten

Obst selbst konservieren

15. September 2009 | Autor: Helga | Kategorie: Gewusst wie

Momentan gibt es reife Früchte in Hülle und Fülle. Auch wenn man Konserven fix und fertig im Supermarkt kaufen kann, sollte man überlegen, ob man sich nicht selbst einiges für die vitaminarme Zeit aufbewahren möchte. Geht man nur von Aufwand, Kosten und Nutzen aus, kann man es getrost vergessen. Die meisten Konserven sind spottbillig zu haben. Denkt man aber über unbekannte Inhaltsstoffe, lange Transportwege und damit auch Schaden für die Umwelt nach, sieht die Sache schon anders aus. Bei uns war es ja bis vor zwanzig Jahren so, dass praktisch jeder gezwungen war, sich sein Obst und Gemüse selbst zu konservieren. Es gab eben nur ein recht bescheidenes Angebot. Deshalb kann ich auch nicht achtlos an den vielen reifen Früchten vorübergehen.

Birnenkompott:

Reife Birnen vierteln (sehr große Früchte sogar achteln), schälen und das Kerngehäuse ausschneiden. Ebenfalls Druckstellen bei Fallobst oder Madengänge ausschneiden. Die geschälten Birnenstücke nicht zu lange an der Luft stehen lassen, da sie sonst braun werden. Inzwischen Wasser mit sehr wenig Zucker zum Kochen bringen (ich nehme auf einen Liter Wasser nur einen Esslöffel Zucker), die Birnenstücke hineingeben und kurz aufkochen. Sie werden sofort in saubere Schraubgläser gefüllt. Die Gläser müssen randvoll sein, so dass keine Luft drin ist. Dann wird ein kurz zuvor abgekochter Deckel aufgesetzt und fest zugeschraubt. Bei Kompott ist es nicht nötig, die Gläser auf dem Deckel abzustellen. Es ging ja bei der Konfitüre darum, dass sich die Fruchtstücke während des Abkühlens im Glas verteilen. Birnenkompott kann man verfeinern, wenn man einige Gewürznelken in dem Wasser mitkocht. Diese werden am besten in einen kleinen Stoffbeutel gegeben. Dann kann man sie problemlos wieder herausnehmen, wenn man das Kompott in die Gläser füllt. Es schadet nichts, wenn sie drin bleiben, allerdings bekommen die Birnenstücke davon braune Flecken. Und da ja bekanntlich das Auge mitisst, entfernt man die Nelken also.

Pflaumenkompott:

Pflaumen waschen, halbieren und die Steine entfernen. Dann werden die Pflaumen fest in saubere Gläser geschichtet. Bevor die letzten Pflaumen ins Glas kommen, streue ich drei Esslöffel Zucker hinein. Bei Pflaumen gebe ich kein Wasser dazu. Die koche ich im Wecktopf ein. So bleiben die Früchte fester und können auch im Winter für einen Kuchen verwendet werden. Wer keinen Wecktopf hat, kann sie allerdings genau wie Birnen kurz in gezuckertem Wasser kochen und in Schraubgläser füllen.

Pfirsichkompott:

Pfirsiche werden in unseren Breiten nicht zu solchen Exemplaren heranwachsen, wie man sie zu kaufen bekommt. Außerdem mag nicht jeder die pelzige Haut. Deshalb ist es ratsam, die Früchte zu häuten. Manche Sorten muss man kurz mit kochendem Wasser überbrühen, damit sich die Haut leichter abziehen lässt. Dann werden sie halbiert und die Steine entfernt. Man kann sie nun ebenfalls in Gläser schichten und im Wecktopf einkochen oder in Zuckerwasser kurz aufkochen und in Schraubgläser füllen.

Die auf dem beschriebenen Weg konservierten Früchte kann man als Kompott essen, für Kuchen und Torten verwenden oder in Quark oder Joghurt einrühren und mit gutem Gewissen genießen.

4 Personen haben einen Kommentar hinterlassen

Gerry geschrieben am 18. September 2009, 20:31:

Ich finde, dass es auch große Freude macht, seine eigenen Produkte herzustellen. Bin zwar jetzt nicht unbedingt so von der „süßen Obst-Fraktion“ aber ich habe schon ein bisschen mit dem Einlegen von Gemüse experimentiert. Leider ist mein Gemüse vom Markt oder Supermarkt, denn meine Balkon-Ausbeute reicht leider nicht zum Einlegen aus 🙁

 

Larissa geschrieben am 30. September 2009, 19:49:

Gratuliere Dir, liebe Helga! Einen tollen Blog hast Du- super die Rezepte und Anmerkungen zum Selbst-Einkochen etc. Mir als Haushaltsführungs-Anfänger (hab ja noch keine Familie) sind solche Tips Gold wert. Zumal das Wissen um diese Dinge auch in der Familie immer dünner gesäht ist. ALso nochmal: heisser Dank für den (vor allem im Winter köstlichen) Holundersaft- im kommenden Jahr bin ich rechtzeitig zur Stelle! (auch dazu Gratulation- hoffe, es lässt sich für Dich gut an dort) Herzliche Grüße sendet eine Jungimkerin, die sich sicher auch bald dem Gärtnern widmet 🙂 Danke für die Inspiration!

 

Claudia v. wilden Gartenblog geschrieben am 1. Oktober 2009, 14:16:

Aus Pflaumen und Zwetschgen kann man auch Marmelade und Fruchtaufstrich machen! Mein Mit-Gärtner Matt hat grade einige Gläser hergestellt und ich bin total begeistert! Wundert mich, dass es das in den Läden so wenig gibt, schließlich gibt es massenhaft Pflaumen.

 

Helga geschrieben am 1. Oktober 2009, 20:04:

@ Larissa: Danke für das Lob, liebe Larissa. Ich wünsche dir viel Erfolg mit deiner Imkerei. Du wist sehen, wenn du dich erst intensiv mit der Gärtnerei befasst, wird sie dich nicht mehr loslassen.
@ Claudia: Selbstgemacht schmeckt eben doch am besten, liebe Claudia. Wenn dann mal wieder enthüllt wird, was in einigen Lebensmitteln alles so enthalten ist, bin ich doppelt froh, vieles selbst herzustellen. Da weiß ich, was ich esse.
Liebe Grüße Helga

 

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