Helgas Garten

Uraltes Gartenbuch

20. Februar 2010 | Autor: Helga | Kategorie: Bücher und Gartenliteratur

Mein ältestes Buch überhaupt ist 1908 aufgelegt worden und heißt: “Gartenbuch für Anfänger” von Johannes Böttner. Es ist aus dem Verlag von Trowitzsch und Sohn Frankfurt an der Oder und natürlich noch in deutscher Schrift geschrieben. Diesem Buch sieht man an, dass es oft benutzt worden ist und auch, dass es viele Jahre in einer Gartenlaube gelegen hat. Bevor wir gebaut haben, hatte ich ein paar Jahre einen Garten in einer Kleingartensparte. Ein älteres Ehepaar hatte den Garten viele Jahre vor uns genutzt. Und von diesen Leuten stammt auch das Buch. Der Mann war Tischler und mit Hingabe Kleingärtner. Er hat sich genau an die Vorgaben des Buches gehalten z.B. bei der Aufteilung des Gartens, beim akkuraten Anlegen der Beete und Wege und bei der peniblen Buchführung über jede geerntete Pflanze oder Frucht. In einer Tischschublade lag ein Heft mit genauen Eintragungen über die Ernte des vergangenen Jahres. Heute wird sich wohl kein Mensch mehr so viel Mühe mit allem machen, sondern sicher auch zusehen, dass die Erholung nicht zu kurz kommt. Trotzdem kann man auch aus diesem Buch wertvolle Hinweise entnehmen.

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5 Personen haben einen Kommentar hinterlassen

Sisah geschrieben am 21. Februar 2010, 09:08:

Toll, verrate uns mal, welche Tipps immer noch beachtenswert sind! Das Buch stammt ja sogar noch aus der Kaiserzeit!
LG
Sisah

 

Helga geschrieben am 21. Februar 2010, 11:56:

Zum Beispiel ist ganz genau beschrieben, wie man Weinreben am Spalier zieht. Und in dem besagten Garten stand eine Laube mit uralten, sehr gepflegten Weinpflanzen. Vor der Laube waren links und rechts kleine Blumenbeete mit jeweils einem Hochstämmchen Rosen (wie bei Schneeweißchen und Rosenrot)und unten herum ein paar Frühblüher und Sommerblumen.
Auch die flachen Obststiegen sind maßgenau nach der Empfehlung des Buches gearbeitet worden. Einige habe ich heute noch.
In dem Buch wird auch das Veredeln der Obstgehölze beschrieben. Schon damals waren Pfropfen und Okulieren bekannt.
Auch wird die Behandlung von Wunden alter Obstgehölze beschrieben. Ich finde, so viel hat sich im Laufe der Jahre gar nicht verändert.
Hier mal ein ganz kurzer Auszug aus dem Buch:
Gartenspinat. Aussaat viermal im Jahre. 1. Für Herbst und Vorwinter 1. bis 5. August, 2. für Spätwinter und erstes Frühjahr 20. September bis Anfang Oktober, 3. für Verbrauch im Mai 15. bis 20. März, 4. für späteren Verbrauch 15. bis 20. April, auch noch Anfang Mai. im Sommer wird kein Spinat gesät, weil er sofort schießt. Samenverbrauch 1/2 Kilo zu 40 Pfennige, wovon jedesmal etwa 125 Gramm gesät werden….
Genauer kann man es nun wirklich nicht machen, oder?
Liebe Grüße Helga

 

Biggi geschrieben am 21. Februar 2010, 22:55:

Boah, super. Ich habe auch ein altes, aber so alt ist das nicht. Mal sehen, vielleicht gibt ein Flohmarkt dieses Jahr etwas her.

Übrigens, ich würde gerne auf Dein Oleanderangebot zurückkommen, wenn Du noch welche hast.

 

Helga geschrieben am 22. Februar 2010, 17:05:

Hallo Biggi, schade dass du dich nicht eher gemeldet hast. Die letzten Stecklinge habe ich weggeworfen, weil sie offenbar niemand haben wollte. Wenn ich aber im April die Oleander raushole, will ich sie dieses Mal stark einkürzen, damit sie schön buschig werden. Dann bekommst du Stecklinge ab. Außerdem habe ich am Wochenende meine Saatgutvorräte inspiziert. Ich hätte Studentenblumen, Stockrosen, Ringelblumen, einfache Astern, Brennende Liebe, Mohn und noch einiges zu verschenken. Da du ja einen neuen Garten anlegst, kannst du vielleicht noch was gebrauchen. Melde dich noch mal. Liebe Grüße Helga

 

Nina-online geschrieben am 3. März 2010, 12:42:

guten Start

 

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